Allgemein

Freiheit

Freiheit von Lehre und Forschung, also ohne wirtschaftliche oder staatliche Einflussnahme, ist der Inbegriff der universitären Kultur. In manchen Staaten sind sogar die Kompetenzen der Polizei, der Staatsgewalt, auf dem Gelände der Universität eingeschränkt oder der Zutritt ist verboten.

Leider ist die Freiheit, mit der sich die Universitäten rühmen, nur noch Fassade. Der Bologna-Prozess, die Implementierung des Bachelor-Master- Systems und das European Credit Transfer System sollte den Studierenden die Möglichkeit geben, europaweit zwischen Universitäten wechseln zu können. Leider ist das Gegenteil der Fall. Seine absurdesten Blüten treibt das Bologna-System, wenn es selbst innerhalb Österreichs nicht möglich ist, nach einem Bachelorstudium ein Masterstudium an einer anderen Universität zu beginnen. Aber auch die Anzahl der Studierenden, welche ein Auslandssemester absolvieren, sinkt. Und das trotz zahlreicher Werbemaßnahmen und Stipendien. Die Universitäten sind verzweifelt, bedeuten doch Studierende mit Auslandserfahrung Internationalität und damit Renommée für die Hochschule. In zahlreichen Prospekten und bei ebensovielen Werbeveranstaltungen versuchen die Universitäten deshalb Studierende für ein Auslandssemester zu begeistern, die EU stellt viel Geld für das ERASMUS-Programm zur Verfügung. Aber das ist nicht die Lösung des Problems. Es liegt nicht am mangelnden Wissen der Studierenden, welche Möglichkeiten es für ein Auslandssemester gibt. Es liegt auch nicht am mangelnden Interesse. Aber solange man Angst haben muss, ob einem die Lehrveranstaltungen im Ausland auch tatsächlich für das Studium zu Hause anerkannt werden, werden sich nur wenige für ein Studium im Ausland begeistern lassen. Und da sind wir wieder beim Thema Freiheit. Freiheit an einer Universität muss auch bedeuten, dass man nicht im Ausland exakt das Gleiche machen muss, um das Studium abschließen zu können, sondern dass man die Freiheit hat, selbst zu wählen, was sinnvoll ist.

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