Das ÖH-Vorsitzteam im Juni

Vorsitz-Team, Michael Ortner, Kajetan Hoffmann, Anna Slama

Vorsitz-Team, Michael Ortner, Kajetan Hoffmann, Anna Slama

Liebe Studierende,

Die Zeit im ÖH-Vorsitz vergeht fast so schnell wie die Vorbereitungszeit für eine Prüfung, für die man viel zu spät zum Lernen begonnen hat, denn mittlerweile sind die letzten ÖH-Wahlen bereits über ein Jahr her. Man könnte diesen Moment nutzen, um die Zeit Revue passieren zu lassen, jedoch sind Blicke in die Vergangenheit meist eher langweilig. Gewisse Aktionen sind allerdings auch heute noch genauso präsent wie zu der Zeit, als wir sie starteten. Zum Beispiel unser Widerstand gegen die drohenden Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren und der Protest gegen Burschenschafter im Universitätsrat, also in einem immens wichtigen Gremium der Universität.

Außerdem freut es uns sehr, dass wir erst vor kurzem eine Verbesserung der RESOWI-Bibliothekszeiten nach vielen Gesprächen mit der Universität erreichen konnten. Lernsamstage für alle! Doch blicken wir lieber in die Zukunft und da kommt das diesmalige Thema „Urban“ uns sehr recht, denn wir sehen die ÖH Uni Graz auch als Interessensvertretung der Studierenden, wenn es darum geht, wie wir unsere Universitäts-Stadt Graz verbessern können. Graz ist ja bekannt als Verbotsstadt und selbstverständlich ist das auch uns, als Hochschüler_innenschaft, ein Dorn im Auge, man denke nur an die repressive Fahrradpolitik oder an den Kampf der Stadt gegen das Univiertel. Da das Leben von uns Studierenden nicht am Ausgang des Hörsaals aufhört, versuchen wir vor allem auch mit kleinen Projekten den Studierenden-Alltag zu verbessern, sei es mit Yoga am Campus oder mit dem vergrößerten Sommergetränkestand. Ein Aspekt, der sich wie ein roter Faden durch unsere Pläne zieht, ist, dass unsere Projekte für alle zugänglich sein sollen, da Geld für viele Studierende Mangelware ist. Ein Fakt, welcher sich in der nächsten Zeit verschlimmern wird, wenn man an die studierendenfeindlichen Pläne von Türkis-Blau denkt, wie zum Beispiel das Ende des Erlasses vom Studienbeitrag für berufstätige Studierende.

Fehlende finanzielle Mittel bemerkt man auch stark, wenn man mit Freund_innen etwas in der Stadt unternehmen möchte, denn konsumfreie Räume sind rar. Zu diesem Thema konnten wir auch bereits medial unterkommen, bekamen jedoch Gegenwind von Seiten der Grazer Stadtpolitik. Überrascht hat uns diese negative Rückmeldung nicht, da unsere Stadtregierung für Vieles bekannt ist, aber Progressivität gehört mit Sicherheit nicht dazu. Für uns ist eine Stadt ein Ort, wo sich alle Menschen entfalten und möglichst ohne Kaufzwang bewegen können. Nicht ein Ort, wo man vermeintlich visionäre Murgondel-Ideen und fragwürdige Olympia-Bewerbungen als positive Stadtentwicklung zu verkaufen versucht.

Wir stellen uns auf starken Widerstand gegen unsere Ideen ein, aber werden uns auf keinen Fall davon abhalten lassen, Verbesserungen, vor allem für uns Studierende, anzustreben. Abschließend sei noch gesagt, dass für uns die ÖH nicht „nur“ unsere engagierten Ehrenamtlichen sind, sondern jede_r einzelne Student_in. Seht das doch einfach als eine Einladung, uns zu erklären, was eurer Meinung nach in Graz verändert werden sollte, vielleicht können wir ja gemeinsam etwas erreichen!

Liebe Grüße von eurem Vorsitzteam,

Michael Ortner, Kajetan Hoffmann, Anna Slama