Erasmus+: Entscheiden, bewerben, genießen

Brigita Balaj über die anfänglichen Hürden von Auslandssemestern

Neue Stadt, neue Kultur, neue Leute, neues Studiensystem, und ja, auch neue Möglichkeiten für Partys. Das und jede Menge neue Erfahrungen wünscht man sich vom Erasmus+ Programm. Es gehört zum weltweit größten Förderprogramm von Auslandsaufenthalten an Universitäten und finanziert seit Jahren etwa 1 Millionen Stipendien. Worauf wartet ihr noch, finanziert wird es auch noch. Bewirbt euch jetzt!

Ein sehr attraktives Angebot bekommt man präsentiert bis es zur Organisation selbst kommt. Ja man muss alles selbst organisieren und bestens planen. Für nicht-organisationsfähige Personen ist das Erasmus+ Programm wohl nichts. Tja nein, also Spaß bei Seite! Auf unserer Universität in Graz gibt es das BiB (Büro für internationale Beziehungen), das sich stehts bemüht Werbung für diverse Programme von Auslandsaufenthalten zu machen. In solchen Info-Veranstaltungen bekommt man höchstens zu hören wie großartig, bildungs- und karrierefördernd ein Auslandsaufenthalt doch ist und zum Schluss bekommt man noch das Eine oder andere Prospekt zum Nachlesen in die Hand gedrückt. Es steht keines Wegs zur Debatte, dass das Erasmus+ Programm nicht fördernd sei. Zu empfehlen ist es auf jeden Fall, wie die Italiener/innen sagen, Cento per Cento (zu 100%). Es bietet dir die Möglichkeit ein neues Kapitel in deinem Studienalltag zu öffnen, neue Lebenserfahrungen zu sammeln, neues hautnah zu erleben. Um letztendlich die positiven Seiten des Erasmus+ Programmes genießen zu können, unterläuft jede/r Bewerber/in den Bewerbungsprozess. Hier wird verstärkt deine Geduld in den Prüfstand gestellt.

Der Anfang ist noch ganz leicht. Man sendet eine schriftliche Bewerbung mit Foto und Lebenslauf an das BiB und an den zuständigen CuKo (deine Ansprechperson für alle Unklarheiten) innerhalb der 1-jährigen Bewerbungsfrist. Dann beginnt schon die erste Wartezeit. Bekommt man den Studienplatz oder nicht? Nach 3 Monate warten, ist es soweit. Die Antwort lautet JA und du freust dich, als ob dein Geburtstag, Weihnachten und Ostern zugleich wären. Schritt für Schritt bekommt man Anweisungen per E-Mail zugesendet, die dich auf dein Auslandsaufenthalt vorbereiten sollen. Auf dich warten 2 Info-Lehrveranstaltungen, die du keinesfalls verpassen solltest. Eine Reihe von Punkten musst du beachten: Bewerbung zum Mobilitätsstipendium, Versicherung, Wohnen und zu guter Letzt das LA (Learning Agreement) und VB (Vorausbescheid). Vorausbescheid? Ja der Bescheid, dass nur in Österreich notwendig ist, um die im Ausland absolvierten ECTs Punkte für dein Studium anrechnen lassen zu können. Als ob wir nicht schon genug an Bürokratie leiden müssen.

Dann beginnt die Unterschriften-Jagd für das LA und VB. Du denkst, dass du alles richtig gemacht hast, bis es zu diesem Schritt kommt. Du hörst nur, so geht das nicht, es ist nicht vollständig bzw. richtig und vor allem wenn du Hilfe benötigst, heißt es: „Ich bin nicht dafür zuständig.“ Es gibt also auch ein paar Unstimmigkeiten bzw. Missverständnisse zwischen dem BiB, Dekanat und den Professoren selbst. Sie bemühen sich uns Bewerber/innen den Bewerbungsprozess so leicht wie möglich zu machen und lassen sich für die Organisation immer wieder was Neues einfallen und merken selbst in dem ganzen Organisationschaos manchmal nicht, wer überhaupt für was zuständig ist. Lasst euch trotzdem nicht davon abhalten diese Chance nicht zu nutzen, denn bis jetzt hat es jede/r geschafft diesem nervenaufreibenden Prozess die Stirn zu bieten. Wie es auch sei, ein großes Dankeschön geht ausschließlich an die Europäische Union, die mit diesem Programm allen Europäer/innen das Gefühl einer europäischen Gemeinschaft gibt.

Autorin: Brigita Balaj
Bildrechte: Brigita Balaj